
Höre auf Deinen Körper und sei achtsam zu Dir selbst! Du musst niemanden etwas beweisen und auch nicht Dir selbst! Dein Körper signalisiert mit Schmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung, dass Dir gerade so einiges nicht gut tut und Du einen Gang runterschalten bzw. etwas in Deinem Leben ändern solltest. Ich weiß, das klingt jetzt nach gut gemeinten Ratgebersprüchen, aber tatsächlich bin ich davon überzeugt und achte auf mich so gut es geht. Mir ist natürlich bewusst, dass der Alltag es nicht immer zulässt, aber Signale des Körpers zu ignorieren und so weiterzumachen wie bisher, kann einfach nicht richtig und gut sein.
Ich bin keine Powerfrau und finde das überhaupt nicht schlimm
Ihr merkt es schon, das wird heute mal ein sehr persönlicher Beitrag von mir. Ich oute mich hiermit, dass ich keine Powerfrau bin und das auch nie war. Und wisst Ihr was, ich habe darunter zu keiner Zeit gelitten, weil ich mich hier tatsächlich schon von jung auf an so akzeptiert habe, wie ich bin. Natürlich bewundere ich Frauen, die von morgens bis abends voller Power und Tatendrang stecken. Ich finde es aber überhaupt nicht schlimm, dass es bei mir nicht der Fall ist.
Ich kann mich sogar noch daran erinnern, dass ich schon als Kind nach langen, anstrengenden Schultagen platt war. Da wurde sich noch durch die Hausaufgaben gequält und mehr war an manchen Nachmittagen nicht mehr drin. Als ich noch in Vollzeit gearbeitet habe und hier täglich nach Hamburg fuhr (pro Strecke rund 50 bis 70 Minuten je nach Verkehrsdichte), war ich erst Abends Zuhause und auch hier gönnte ich mir meistens einen gemütlichen und entspannten Feierabend. Da war an Hausputz, Einkauf, Wäsche waschen etc. nicht mehr zu denken. All diese Tätigkeiten wurden dann aufs Wochenende verlegt und für mich war das so auch völlig in Ordnung.
Dann wurde ich Mutter und war für meinen Sohn da
Als ich 30 Jahre alt war, kam unser Wunschkind auf die Welt und ich blieb die ersten 4 1/2 Jahre Zuhause. Ich habe die Zeit mit meinem Baby bzw. Kleinkind so genossen. In den Jahren habe ich mir mit dem Haushalt keinen Stress gemacht. Die Zeit mit meinem Sohn war mir einfach kostbarer und wichtiger. Versteht es nicht falsch, natürlich war es trotzdem bei uns Zuhause sauber und ordentlich, aber ich ließ zwischendurch auch immer mal fünfe gerade sein. Ich war auch hier nicht die Powerfrau, die von früh morgens bis spät abends voller Tatendrang steckte.
Ich weiß noch, als mein Sohn Mittagsschlaf hielt, ruhte ich mich in der Zeit ebenfalls aus und hierbei hatte ich kein schlechtes Gewissen. Und auch heutzutage lege ich mich am Nachmittag gerne hin und halte ein Schläfchen ;-). Das ist dermaßen wohltuend. Mein Körper signalisiert mir, dass er Ruhe braucht und mir tut diese kleine Auszeit am Nachmittag immer unwahrscheinlich gut. Ich weiß, dass es Frauen gibt, die voller Power sind und in der Zeit viel Produktives zustande bringen. Nur ich gehöre nicht dazu.

Mein Leben mit Migräne – Achte ich genug auf mich?
Ihr wisst, dass ich mein Leben lang schon unter Migräne leide. Hier wurde vor einigen Jahren im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eine zervikale Dystonie diagnostiziert. Hierbei handelt es sich um unkontrollierte Kontraktionen der Halsmuskulatur. Das ist natürlich nicht von Außen zu sehen, aber die kleinen ständigen Kontraktionen lösen oft die Migräne bei mir aus. Die Kontraktionen können zusätzlich noch durch Stress, Wetterwechsel, Hormonschwankungen oder durch zu schweres Tragen verstärkt werden. Übrigens trage ich deshalb auch nur kleine Handtaschen, weil diese vom Gewicht her nicht zu Verspannungen führen.
Migräne löst bei mir auch gerne mal eine Schmerz-Attacke aus, die mehrere Tage anhält. Gegen die Kontraktionen erhalte ich sogar Botox. Meine Neurologin spritzt mir hier alle 12 Wochen Botox in den Nacken. Die ersten vier Wochen wirkt es noch ganz gut, aber ein Wundermittel ist Botox leider auch nicht. Da die dauerhaften Kontraktionen quasi eine „technische Sache” bei mir sind, kann ich hier selber nicht so viel machen. Allerdings kann ich auf mich achten und so wenig Stress wie möglich zulassen. Den Wetterwechsel kann ich jedoch nicht beeinflussen. So starke Temperaturschwankungen triggern auch gerne mal die Migräne.

Seit Januar arbeitete ich nur noch 2 Tage im Büro
In diesem Beitrag erzählte ich Euch, dass meine Arthrose bei beiden Daumen im Daumensattelgelenk sehr weit fortgeschritten ist. Man nennt es Rhizarthrose. Die Knochen liegen eng aufeinander, weil der schützende Gelenkknorpel abgenutzt ist. Das führt dazu, dass beide Daumen bei der geringsten Belastung schnell schmerzen. Auf Anraten des Arztes wurde mir hier Hyaluronsäure gespritzt. Leider führte dies nicht zu dem gewünschten Erfolg. Im letzten Jahr verordnete mir ein Handchirurg aus Hamburg eine Röntgenreizbestrahlung gegen die Entzündung. Wunder hat die Strahlentherapie nicht vollbracht.
Ich habe aufgrund meiner Migräne, Rhizarthrose und meiner sonstiger Schmerzen meine Arbeitszeit seit Januar reduziert. Seither arbeite ich im Büro nur noch zwei Tage in Teilzeit für jeweils 5 Stunden. Das war eine gute und vernünftige Entscheidung. Auch hier habe ich passend zu meinem heutigen Thema auf die Signale meines Körpers gehört und geschaut, wo kann ich noch etwas ändern, um den Zustand zu verbessern bzw. ihn nicht noch schlechter werden zu lassen.
Dankbarkeit und eine positive Einstellung zum Leben
Für mich fühlt sich mein Leben trotzdem voller Dankbarkeit an. Zum Leben hatte ich schon immer eine positive Einstellung. Tatsächlich kann ich mich an den kleinen Dingen erfreuen und das finde ich so wichtig. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, bin mit mir zufrieden und im Reinen. Große Dankbarkeit empfinde ich über meine große Liebe, also über meinen Ehemann und über unseren gemeinsamen Sohn. Das bedeutet für mich Glück und dann sind auch die Schmerzen vergessen. Meine Familie und natürlich auch meine Freundinnen machen mich glücklich und darüber bin ich sehr dankbar.
Und nun freue ich mich auf 3 Wochen Sommerurlaub, die vor mir liegen. Ihr Lieben, ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.


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